MORNING BRIEFING - USA/Asien

15.01.2026 / 07:59 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ TAGESTHEMA +++++

Die Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) hat 2025 mit einem weiteren Rekordquartal abgeschlossen und geht mit einer starken Position in das Jahr 2026, um ihre Kapazitäten zu erhöhen und die ungebrochene Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz (KI) zu befriedigen. Der weltweit größte Auftragschiphersteller, der unter anderem für US-Technologiekonzerne wie Nvidia und Apple tätig ist, wies für die letzten drei Monate des vergangenen Jahren einen Gewinn- und Umsatzanstieg aus. Im vierten Quartal stieg der Nettogewinn von TSMC gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf 505,74 Milliarden Neue Taiwan-Dollar, was 13,75 Milliarden Euro entspricht. Damit wurden der Analystenkonsens von 465,83 Milliarden Neuen Taiwan-Dollar in einer Factset-Umfrage sowie der Rekord des Vorquartals von 452,30 Milliarden übertroffen. Der Umsatz wuchs um 20,5 Prozent auf 1,046 Billionen Neue Taiwan-Dollar und damit langsamer als im Vorquartal, erfüllte aber die Prognose des Unternehmens. Der Jahresumsatz belief sich auf 3,809 Billionen Neue Taiwan-Dollar. Angesichts der soliden Auftragslage von TSMC und der starken Position beim Chip-Packaging erwartet Citi, dass der Umsatz von TSMC im Jahr 2030 einen Wert von 300 Milliarden US-Dollar oder mehr erreichen dürfte.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN ++++++

12:00 US/Blackrock Inc, Ergebnis 4Q

13:30 US/Goldman Sachs Group Inc, Ergebnis 4Q

13:30 US/Morgan Stanley, Ergebnis 4Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US 
    14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 
          PROGNOSE: 215.000 
          zuvor:    208.000 
 
    14:30 Import- und Exportpreise November 
          Importpreise 
          PROGNOSE:  -0,2% gg Vm 
          September:  0,0% gg Vm 
 
    14:30 Philadelphia-Fed-Index Januar 
          PROGNOSE: -4,5 
          zuvor:   -10,2 
 
    14:30 Empire State Manufacturing Index Januar 
          PROGNOSE: +1,0 
          zuvor:    -3,9 
 

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX                       zuletzt  +/- % 
E-Mini-Future S&P-500      6.938,40  +0,2% 
E-Mini-Future Nasdaq-100  25.550,60  +0,3% 
S&P/ASX 200 (Sydney)       8.861,70  +0,5% 
Nikkei-225 (Tokio)        54.110,50  +0,4% 
Hang-Seng (Hongk.)        26.836,44  -0,6% 
Shanghai-Comp.             4.107,95  -0,4% 
Kospi (Seoul)              4.797,55  +1,6% 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Die Börse in Tokio hat am Donnerstag weiter zugelegt. Zwischenzeitliche leichte Verluste konnte der Nikkei-225 wieder aufholen und schloss 0,4 Prozent höher bei 54.111 Punkten. Die anstehende Parlamentswahl in Japan dürfte nicht zu einer deutlichen Lockerung der Fiskalpolitik führen, so Marcel Thieliant von Capital Economics. Das Kabinett von Premierministerin Sanae Takaichi sei das beliebteste seit den frühen Tagen von Shinzo Abe. Thieliant erwartet, dass die Regierungskoalition ihre Mehrheit "mit ziemlicher Sicherheit" ausbauen werde. Er bezweifelt jedoch, dass ein stärkeres Mandat eine lockerere Fiskalpolitik unweigerlich zur Folge haben wird. Der im vergangenen Jahr verabschiedete große Nachtragshaushalt, der den Aufschlag auf die Benzinsteuer senkt und die Strompreise reduziert, habe die Argumente für eine weitere fiskalische Expansion geschwächt. Der Kospi beendet den Tag mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent. Es war der zehnte Handelstag in Folge mit Gewinnen. Die koreanische Zentralbank hat derweil wie erwartet die Leitzinsen bei 2,50 Prozent bestätigt. Angesichts der Schwäche des Won hätte eine Lockerung der Geldpolitik die Währung zusätzlich unter Abgabedruck gesetzt.

WALL STREET

INDEX                     zuletzt        +/- %    absolut      +/- % YTD 
DJIA                    49.149,63        -0,1%     -42,36          +2,3% 
S&P-500                  6.926,60        -0,5%     -37,14          +1,7% 
NASDAQ Comp             23.471,75        -1,0%    -238,12          +2,0% 
NASDAQ 100              25.465,94        -1,1%    -276,01          +1,9% 
 
                     Mittwoch   Dienstag 
Umsatz NYSE (Aktien) 1,31 Mrd   1,16 Mrd 
Gewinner             1.775      1.477 
Verlierer              971      1.288 
Unverändert             83         73 
 

Leichter - Neben den Einzelhandelsumsätzen, die im November stärker als veranschlagt gesteigert wurden, sind die Erzeugerpreise im November einen Tick niedriger als gedacht ausgefallen. Gleichwohl bewegt sich die Inflation noch immer auf hohem Niveau und über dem Ziel der US-Notenbank, wie Beobachter anmerkten. Der Wirtschaftsbericht "Beige Book" der US-Notenbank zeugte von einer höheren Wirtschaftsaktivität, setzte am Markt aber keine Akzente. Eine für Mittwoch erwartete Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu den von US-Präsident Donald Trump verhängten Einfuhrzöllen mit Hilfe des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) blieb abermals aus. Auf der Stimmung lasteten auch die politischen Spannungen wegen Grönland und die Furcht vor einem US-Militärschlag gegen den Iran, wobei Trump am Mittwoch ein Zeichen der Deeskalation Richtung Teheran sandte, indem er feststellte: "das Töten im Iran hört auf." Unter den Einzelwerten fielen Bank of America trotz guter Geschäftszahlen um 3,7 Prozent. Allerdings warnte die Bank vor den Folgen einer Zinsobergrenze für Kreditkarten, wie Trump sie ins Spiel gebracht hatte. Der Verkauf des Russland-Geschäfts hat der Citigroup (-3,4%) einen Gewinnrückgang beschert, wobei die Bank bereinigt mehr verdiente als erwartet. Wells Fargo (-4,6%) verfehlte die Erwartungen der Analysten dagegen. Nvidia verbilligten sich um 1,4 Prozent, nachdem die Trump-Regierung mitgeteilt hatte, dass das Unternehmen neue Sicherheitsanforderungen erfüllen müsse, um seine H200-Chips an China zu verkaufen. Auch andere Chipaktien verzeichneten Verluste. Netflix sanken um 2 Prozent. Der Streamingdienst hat offenbar ein reines Barangebot für die Studio- und HBO-Max-Sparten von Warner Bros. Discovery vorbereitet.

US-ANLEIHEN

Befürchtungen eines US-Militärschlags gegen den Iran und die sinkenden Aktienkurse verschafften dem Anleihemarkt Zulauf. Daneben hielten die günstigen Inflationsdaten die Hoffnungen auf Zinssenkungen im Jahresverlauf am Köcheln. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um 3 Basispunkte auf 4,14 Prozent.

DEVISEN

DEVISEN      zuletzt       +/- %      00:00  Mi, 09:09   % YTD 
EUR/USD       1,1632        -0,1     1,1645     1,1646   -0,9% 
EUR/JPY       184,48         0,1     184,34     185,31   +0,6% 
EUR/GBP       0,8664        -0,0     0,8664     0,8665   -0,6% 
GBP/USD       1,3426        -0,1     1,3438     1,3441   -0,3% 
USD/JPY       158,60         0,2     158,29     159,12   +1,5% 
USD/KRW     1.471,95         0,5   1.464,00   1.474,44   +2,3% 
USD/CNY       7,0056        -0,0     7,0089     7,0066   -0,3% 
USD/CNH       6,9697        -0,0     6,9708     6,9713   -0,0% 
USD/HKD       7,7979         0,0     7,7972     7,7962   +0,2% 
AUD/USD       0,6681        -0,0     0,6682     0,6692   +0,2% 
NZD/USD       0,5737        -0,1     0,5745     0,5745   -0,3% 
BTC/USD    96.296,90        -0,7  96.936,65  95.170,45   +6,6% 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

Der Dollar-Index gab mit sinkenden Marktzinsen um 0,1 Prozent nach.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

METALLE      zuletzt      Vortag      +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold        4.611,00    4.626,45      -0,3%     -15,46   +6,2% 
Silber         89,68      93,205      -3,8%      -3,53  +21,9% 
Platin      2.006,36    2.054,73      -2,4%     -48,37  +13,9% 
Kupfer          5,99        6,06      -1,1%      -0,07   +5,0% 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

Der Goldpreis tendierte fester, doch war dies schon vor den US-Daten so. Händler verwiesen auf die Lage im Iran und die Suche nach Sicherheit. Die Feinunze verteuerte sich um 1 Prozent auf 4.634 Dollar. Der Silberpreis zog ebenfalls weiter an und überwand erstmals die Marke von 90 Dollar je Feinunze. Er stieg um 7,1 Prozent.

ÖL

ROHÖL        zuletzt  VT-Schluss      +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex      60,21       62,02      -2,9%      -1,81   +6,3% 
Brent/ICE      64,57       66,52      -2,9%      -1,95   +7,5% 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

Volatil zeigten sich die Ölpreise. Zeitweise stützten Spekulationen auf einen unmittelbar bevorstehenden US-Militärschlag gegen das Mullah-Regime im Iran die Preise. Letztlich überwog aber die Befürchtung eines Überangebots, nachdem die wöchentlichen Daten zu den US-Ölvorräten wider Erwarten einen Aufbau gezeigt hatten. Im späten Handel verbilligte sich das Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI um 1,3 Prozent auf 60,35 Dollar. Auch die nun wieder beschwichtigerenden Töne Trumps zur Lage im Iran drückten die Preise.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR +++++

IRAN

Die USA haben nach ?Darstellung von US-Präsident Trump erfahren, dass der Iran die wohl geplanten Hinrichtungen inhaftierter Demonstranten nicht ausführen wird. Vor Reportern im Weißen Haus sagte Trump: "Uns wurde gesagt, dass das Töten im Iran aufhört - es hat aufgehört." Er fügte an, er hoffe, dass das, was den Regierungsmitgliedern mitgeteilt wurde, auch der Wahrheit entspreche.

GRÖNLAND / DÄNEMARK / USA

Spitzenbeamte aus Dänemark und Grönland haben nach einem Besuch im Weißen Haus erklärt, dass sie Präsident Donald Trump nicht davon überzeugen konnten, seine Ambitionen zur Annexion Grönlands aufzugeben. Einige Stunden später bekräftigte Trump seine Position, wonach die USA Grönland aus Sicherheitsgründen benötigen: "Es gibt nichts, was Dänemark tun kann, wenn Russland oder China Grönland besetzen wollen", sagte er vor Journalisten. "Aber es gibt alles, was wir tun können. Das haben Sie vergangene Woche bei Venezuela gesehen. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass Dänemark in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen."

US-NOTENBANK / BEIGE BOOK

Die wirtschaftliche Aktivität in den USA hat sich einer Erhebung der US-Notenbank zufolge in acht von zwölf Fed-Distrikten leicht bis moderat verbessert. Wie es im Konjunkturbericht Beige Book heißt, stellt dies eine Verbesserung gegenüber den vorherigen drei Berichtszyklen dar, als die meisten Distrikte kaum Veränderungen gemeldet hatten.

US-NOTENBANK

Der US-Wirtschaft ist nach Ansicht des Präsidenten der Federal Reserve von Minneapolis, Neel Kashkari, am besten mit einer unabhängigen Zentralbank gedient, wie er während einer virtuellen Konferenz sagte. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das Gremium weiterhin die besten Entscheidungen treffen wird, basierend auf Daten und Analysen, um das duale Mandat zu erfüllen, mit dem der Kongress uns beauftragt hat", fügte er mit Blick auf den Offenmarktausschuss, der die Zinsen festlegt, hinzu. Dies geschehe, während man mit einem komplexen Szenario umgehe: einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt und einer Inflation, die weiterhin über dem Zielwert von 2 Prozent liegt. Kashkari rückt dieses Jahr als stimmberechtigtes Mitglied in den Offenmarktausschuss (FOMC) auf, wenn die Währungshüter Ende Januar über die Zinssätze entscheiden.

US-NOTENBANK

Der von US-Präsident Donald Trump ernannte Fed-Gouverneur Stephen Miran hat führende Notenbanker wegen ihrer Unterstützung für Fed-Chef Jerome Powell angesichts der strafrechtlichen Untersuchung des US-Justizministeriums kritisiert. Der Brief zur Unterstützung Powells, der von prominenten Zentralbankvertretern aus der ganzen Welt unterzeichnet wurde, sei eine Kompetenzüberschreitung gewesen, sagte Miran bei einer Veranstaltung.

GELDPOLITIK SÜDKOREA

Südkoreas Zentralbank hat ihren Leitzins erwartungsgemäß zum fünften Mal in Folge unangetastet bei 2,50 Prozent gelassen. Zudem hat die Notenbank einen Hinweis auf mögliche Zinssenkungen aus ihrer geldpolitischen Erklärung entfernt. Die steigenden Immobilienpreise und die schwache Währung schränken in Südkorea derzeit den Spielraum auf Zinssenkungen ein. Volkswirte hatten damit gerechnet, dass die Notenbank Südkoreas bei ihrer ersten Sitzung des neuen Jahres keine Veränderung vornehmen wird. Seit Frühjahr 2025 liegt der Leitzins nun auf diesem Niveau.

HALBLEITER

US-Präsident Trump hat am Mittwoch zwei Dekrete unterzeichnet, um Zölle auf einige Halbleiter zu erheben und Vorbereitungen für mögliche Zölle auf kritische Mineralien zu treffen. Die Anordnung schreibt fest, was Trump im Dezember gesagt hatte, als er andeutete, dass Nvidia 25 Prozent der Einnahmen aus Verkäufen von H200-Chips nach China an die USA abführen würde. Die Zölle in dem Dekret gelten für in die USA importierte Chips, die im Inland nicht für KI-Zwecke verwendet, sondern in ein anderes Land weiterexportiert werden - eine Praxis, die als "Transshipping" bezeichnet wird. Solche Chips, zu denen der Nvidia-H200-Chip und der MI325X-Chip von Advanced Micro Devices (AMD) gehören, würden einem Zoll von 25 Prozent unterliegen.

META PLATFORMS

hat in seinem Geschäft mit virtueller und erweiterter Realität offenbar den Rotstift angesetzt. Der Konzern habe rund 1.500 Mitarbeiter oder 10 Prozent der Belegschaft des Bereichs Reality Labs entlassen, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/ros

(END) Dow Jones Newswires

January 15, 2026 01:59 ET (06:59 GMT)

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