MARKT USA/Wall Street mit Fed-Unsicherheiten schwächer erwartet
12.01.2026 / 11:52 Uhr
Mit Abgaben dürfte die Wall Street in die neue Handelswoche starten. Der Future auf den S&P-500 reduziert sich aktuell um 0,7 Prozent. Für Unsicherheit sorgt vor allem die Verschärfung des Konflikts zwischen US-Präsident Donald Trump und US-Notenbankpräsident Jerome Powell, was als erneuter Versuch gewertet wird, die Unabhängigkeit der Fed zu schwächen. Dazu kommen die Entwicklungen im Iran. Hier hat Trump erneut mit einem Eingreifen der USA gedroht.
Staatsanwälte haben gegen Powell wegen seiner Aussage im vergangenen Sommer über das Renovierungsprojekt des Zentralbankgebäudes Ermittlungen aufgenommen. Er habe am Freitag einen Ermittlungsbescheid zugestellt bekommen, in dem mit einer strafrechtlichen Anklage im Zusammenhang mit seiner Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats gedroht werde, teilte Powell in einer Erklärung mit und fügte an, dass die Untersuchung ein Vorwand im Rahmen der andauernden Kampagne von Präsident Trump sei, die Fed zu Zinssenkungen zu drängen und die Unabhängigkeit der Zentralbank zu beenden.
Die Aussichten auf eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank sind gefährdet, da gegen den Vorsitzenden Powell ermittelt wird, schreibt der ABN-Amro-Ökonom Rogier Quaedvlieg. Die Infragestellung der Unabhängigkeit der Fed könne die Mitglieder des Fed-Boards dazu veranlassen, sich zu widersetzen und Zinssenkungen zu verschieben, um "die Institution zu verteidigen", meint er. Die Untersuchung werde als Druck auf den Fed-Chairman angesehen, zurückzutreten, um einen größeren Einfluss der Regierung zu ermöglichen, so Quaedvlieg.
Die Entwicklungen rund um die Fed sorgen für Zulauf in den "sicheren Hafen" Gold. Dazu kommen die steigenden geopolitischen Unsicherheiten, heißt es. Die Feinunze hat bei 4.601 Dollar ein Allzeithoch markiert. Aktuell geht es 1,8 Prozent auf 4.590 Dollar nach oben. Dagegen gerät der Dollar mit den Fed-Entwicklungen unter Druck - der Dollar-Index verliert 0,3 Prozent.
Bei den Einzelwerten geht es für die Aktien von Visa (-1,7%), Mastercard (-1,8%), American Express (-4,9%) und Capital One (-10,5%) vorbörslich deutlicher abwärts. US-Präsident Trump hat eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 Prozent gefordert. Der durchschnittliche Kreditkartenzins in den USA liegt aktuell bei 19,65 Prozent, bei von Geschäften ausgegebenen Kundenkarten mit Kreditfunktion werden im Schnitt 30,14 Prozent fällig, wie aus Daten von Bankrate hervorgeht.
Die Titel von Walmart steigen um 3,4 Prozent. Die Aktien des Einzelhändelskonzerns werden mit Handelsbeginn am 20. Januar in den Nasdaq-100 aufgenommen und ersetzen dort Astrazeneca.
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