MÄRKTE USA/Freundlich - Intel mit Kurssprung nach Trump-Lob
09.01.2026 / 22:12 Uhr
DOW JONES--Nach überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten hat sich an der Wall Street am Freitag eine freundliche Tendenz durchgesetzt. Der Stellenaufbau im Dezember blieb mit 50.000 unter der Erwartung einer Zunahme um 73.000 Stellen. Der vorläufig für November gemeldete Zuwachs von 64.000 wurde auf 56.000 revidiert. Insgesamt war die Beschäftigtenzahl der beiden Vormonate um 76.000 niedriger als bisher angenommen. Die Arbeitslosenquote sank im Dezember auf 4,4 Prozent, während Ökonomen hier mit 4,5 Prozent gerechnet hatten.
Die Arbeitsmarktdaten dürften Diskussionen über eine Zinssenkung der US-Notenbank im Januar in den Hintergrund drängen - angesichts der niedrigeren Arbeitslosenquote sowie der begrenzten Anträge auf Arbeitslosenunterstützung dürften die Vertreter kaum eine große Dringlichkeit verspüren, die Zinsen nach drei Zinssenkungen in Folge zum Ende des Jahres 2025 noch weiter zu senken, heißt es. Die Daten veranlassen die Anleger, verstärkt auf eine Zinspause der Fed zu wetten, wobei die Wahrscheinlichkeit dafür laut dem FedWatch-Tool der CME von 88 auf 95 Prozent gestiegen ist.
Der Dow-Jones-Index stieg um 0,5 Prozent auf 49.504 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,6 Prozent nach oben auf ein neues Rekordhoch, und der Nasdaq-Composite gewann 0,8 Prozent. Dabei wurden an der Nyse 1.747 (Donnerstag: 1.890) Kursgewinner gesehen, denen 1.010 (848) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert gingen 54 (95) Titel aus dem Handel.
Eine für den Freitag erwartete Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Nutzung von Notstandsbefugnissen durch US-Präsident Donald Trump zur Verhängung weitreichender Zölle blieb zunächst aus. Nach den Worten von Kevin Hassett, Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, hat das Wirtschaftsteam des Präsidenten jedoch eine Strategie für den Fall entwickelt, dass der Supreme Court die meisten der Zölle für ungültig erklären sollte.
Die anderen am Freitag veröffentlichten US-Konjunkturdaten traten etwas in den Hintergrund. Die Baubeginne gaben im Oktober deutlicher nach, verzeichneten im September dagegen ein moderates Plus. Der Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan stieg im Januar stärker als erwartet.
Der Dollar gab nach den Arbeitsmarktdaten seine leichten Gewinne kurzzeitig ab, erholte sich im Anschluss aber wieder. Der Dollar-Index gewann 0,2 Prozent.
Der Goldpreis legte mit den schwächeren US-Arbeitsmarktdaten zu und drehte ins Plus. Das Lohnwachstum beschleunige sich und unterstreiche damit das Narrativ der hartnäckigen Inflation, welches bereits den starken Anstieg der Gold- und Silberpreise im vergangenen Jahr mit angetrieben habe, hieß es aus dem Handel.
Die Ölpreise setzten ihre positive Vortagesentwicklung fort. Stützend wirkte die Warnung von Präsident Trump, dass die USA den Iran "sehr hart" treffen würden, sollte die Regierung dort Proteste gewaltsam unterdrücken. Positiv wirkte auch ein Gesetzesvorhaben des US-Kongresses, das harte Maßnahmen gegen Käufer von sanktioniertem russischem Öl ermöglichen würde. Außerdem wurde auf ein Treffen zwischen Trump und US-Ölkonzernen am Freitag gewartet, um Investitionen im Ölsektor Venezuelas zu besprechen.
Wenig Bewegung gab es am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger Papiere sank um 1,0 Basispunkt auf 4,17 Prozent.
Bei den Einzelwerten machten Intel einen Kurssprung von 10,8 Prozent. Auslöser seien Äußerungen des US-Präsidenten gewesen, erklärten Marktteilnehmer. Trump hatte am Donnerstag nach einem Treffen mit Intel-CEO Lip-Bu Tan diesen als "sehr erfolgreich" bezeichnet und gesagt, die US-Regierung sei stolz auf ihren Einstieg bei Intel. In nur vier Monaten habe sie dem amerikanischen Volk mehrere zehn Milliarden Dollar eingebracht.
Die Aktien von General Motors fielen um 2,7 Prozent. Der US-Konzern rechnet im vierten Quartal mit Aufwendungen in Höhe von 6 Milliarden Dollar aufgrund einer Überprüfung seiner Produktionskapazitäten für Elektrofahrzeuge nach dem Auslaufen der Steuergutschrift für diese Fahrzeuge und nachlassender Nachfrage. Das Unternehmen geht davon aus, dass 2026 weitere Aufwendungen im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen anfallen werden, die jedoch laut einer Meldung an die Börsenaufsichtsbehörde SEC deutlich geringer ausfallen werden als die Aufwendungen im Jahr 2025.
Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) waren gesucht nach besser als erwartet ausgefallenen Umsatzzahlen von TSMC. Der weltweit größte Auftragschiphersteller meldete einen Umsatzanstieg von 32 Prozent für 2025 und übertraf die Markterwartungen. Die Aktien des TSMC-Zulieferers Applied Materials stiegen um 6,9 Prozent, Lam Research - ebenfalls TSMC-Kunde - gewannen 8,6 Prozent. Die Aktien des TSMC-Kunden Broadcom stiegen um 3,8 Prozent.
Revolution Medicines verteuerten sich um 10,6 Prozent. Hintergrund war ein Bericht der Financial Times, wonach Merck & Co darüber verhandelt, den Krebsmedikamentenhersteller zu kaufen. Die Aktie hatte bereits am Mittwoch um 29 Prozent zugelegt, nachdem das Wall Street Journal berichtet hatte, dass der Arzneimittelhersteller AbbVie kurz vor einem Deal mit dem Biotechnologieunternehmen stehe. Die Aktien von Merck & Co sanken um 0,4 Prozent.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 49.504,07 +0,5% 237,96 +2,5% S&P-500 6.966,28 +0,6% 44,82 +1,1% NASDAQ Comp 23.671,35 +0,8% 191,33 +1,0% NASDAQ 100 25.766,26 +1,0% 259,16 +1,0% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Do, 17:02 % YTD EUR/USD 1,1635 -0,2% 1,1659 1,1666 -0,8% EUR/JPY 183,71 +0,5% 182,88 183,00 -0,7% EUR/CHF 0,9317 +0,1% 0,9311 0,9318 +0,0% EUR/GBP 0,8678 +0,0% 0,8677 0,8678 -0,5% USD/JPY 157,89 +0,7% 156,85 156,86 +0,0% GBP/USD 1,3409 -0,2% 1,3437 1,3442 -0,2% USD/CNY 7,0102 -0,1% 7,0189 7,0183 -0,1% USD/CNH 6,9767 -0,1% 6,9814 6,9823 +0,1% AUS/USD 0,6691 -0,2% 0,6703 0,6698 +0,4% Bitcoin/USD 90.116,55 -1,1% 91.128,35 90.814,10 +2,9% ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 58,82 57,76 +1,8% 1,06 +1,1% Brent/ICE 63,03 61,99 +1,7% 1,04 +2,4% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.506,69 4.476,70 +0,7% 29,99 +3,6% Silber 79,78 77,00 +3,6% 2,78 +8,0% Platin 1.951,42 1.948,43 +0,2% 2,99 +11,1% Kupfer 5,88 5,80 +1,5% 0,09 +1,6% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewaehr) (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/cln
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January 09, 2026 16:11 ET (21:11 GMT)
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