MÄRKTE EUROPA/Konsolidierungstag - Warten auf US-Arbeitsmarktdaten

08.01.2026 / 18:19 Uhr

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben nach einem Start im Plus am Donnerstag wenig verändert den Handel beendet. Der DAX trat mit 25.127 Punkten nahezu auf der Stelle, nachdem er am Vormittag mit 25.218 Punkten erneut auf ein Rekordhoch geklettert war. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,3 Prozent auf 5.904 Punkte. Geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit Venezuela und Grönland belasteten das Sentiment für Aktien leicht, zudem lieferte die langsam startende Berichtssaison erste Erkenntnisse über das Schlussquartal 2025. Nachdem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Nachmittag keine neuen Erkenntnisse lieferten wird nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für Dezember am Freitag gewartet.

"Ein sich stabilisierender Arbeitsmarkt verringert den Druck auf die US-Notenbank, den Rotstift bei den Zinsen anzusetzen, aber der politische Wille dazu bleibt allgegenwärtig", sagte Derren Natha, Leiter der Aktienanalyse bei Hargreaves Lansdown. Er fügte hinzu, dass die Inflation der "Elefant im Raum" sei, da der "Government Shutdown" die Veröffentlichung der Preisdaten verzögert habe.

Rüstungsaktien bleiben auch 2026 Investmentthema

Rüstungsaktien setzten ihre Kursgewinne fort, da die Spannungen rund um Grönland den Fokus dafür schärften, welche Investmentthemen und Sektoren die Anleger in 2026 im Blick haben sollten. Für Marktstratege Neil Wilson von Saxomarkets sind Verteidigungsaktien ein Thema - ebenso wie Seltene Erden. Ironischerweise folge dies dem Trump-Drehbuch für Grönland. "Wir erleben eine paradigmatische Neuausrichtung der Verteidigungspolitik von EU, Nato und Großbritannien", so Wilson. Das Minus bei den Verteidigungsaktien von 20 bis 40 Prozent seit September wirke auf Basis der Hoffnungen auf einen "Ukraine-Friedensdeal" übertrieben. "Jeder Friedensdeal dürfte lediglich den Beginn der nächsten Konfrontationsphase markieren, in der Russland seine Streitkräfte wieder aufbaut und Europa die Verteidigungsausgaben deutlich erhöht, um der Bedrohung entgegenzuwirken", ergänzte er. Der Sektor der Rüstungswerte legte um 0,9 Prozent zu, seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 11 Prozent.

Jefferies-Studie belastet Arbeitsmarktdienstleister

Kräftige Kursverluste gab es bei den Aktien der Arbeitsmarktdienstleister nach einer negativen Einschätzung von Jefferies zur Branche. Für Randstad halbierten die Analysten fast ihr Kursziel, die Aktien fielen um 2,6 Prozent. Jefferies hat die Titel zudem von "Buy" auf "Underperform" abgestuft. Für Hays ging es 5,5 Prozent und für Adecco um 3,7 Prozent abwärts. Beide Titel wurden von "Hold" auf "Underperform" gesenkt. Die Analysten sehen noch kein Erreichen der Talsohle in der Branche und rechnen mit anhaltendem zyklischem Gegenwind. Sowohl die Unternehmensgewinne als auch die Aktienbewertungen dürften fallen. Besonders bei Randstadt halten sie die Konsenschätzungen für zu optimistisch.

Erneut beflügelte die Nachricht über einen möglichen Interessenten die Aktie von Puma. Im Handel wurde auf einen Reuters-Bericht verwiesen, dass die chinesische Anta Sports die Beteiligung des Großaktionärs Pinault kaufen wolle. "Unklar ist, ob Pinault sich auf dem aktuellen Niveau trennen will", so ein Händler. Puma schlossen 8,6 Prozent höher, Adidas folgten mit plus 2,8 Prozent.

Im Fokus bei Unternehmen standen dazu erste Geschäftszahlen und Zwischenberichte: Bei Shell ging es in London um 3,5 Prozent abwärts. Der Vorstandsvorsitzende, Wael Sawan, steht vor mehreren Herausforderungen, von denen er einige kontrollieren kann und andere nicht, so Russ Mold von AJ Bell. Schwache Ölpreise belasteten die Handelssparte, und die Aussicht auf venezolanisches Rohöl auf dem Markt könnte das Problem verschärfen. Schwache Margen und ein großer Verlust in der Chemiesparte deuteten zudem auf tiefgreifende Probleme hin, Hier belaste ein schwaches Geschäft der Chemiesparte.

Nach einer bisher starken Performance in 2026 ging es für die Aktien der europäischen Technologiewerte um 2,2 Prozent nach unten. Hier belsatete nach Aussge der Analysten von Panmure Libererum die Aussage von Samsung, dass steigende Speicherkosten potenzielle Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Technologieprodukten haben dürften. ASM International fielen um 6,9 Prozent und BE Semiconductor um 4,9 Prozent. ASML, das einige Gemeinschaftsprojekte mit Samsung betreibt, verloren 3,7 Prozent.

Marks & Spencer vermeldete flächenbereinigte Weihnachtsumsätze, die etwas niedriger als erwartet ausfielen. Der britische Einzelhändler zeigte sich jedoch zuversichtlich, die Ziele für das Gesamtjahr per Ende März zu erreichen, der Kurs legte um 5 Prozent zu. Als durchwachsen wurden Geschäftszahlen und Ausblick von Tesco (-6,7%) im Handel bezeichnet.

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Index                    Schluss  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn* 
Euro-Stoxx-50           5.904,32             -0,3%               +2,3% 
Stoxx-50                5.015,77             -0,1%               +2,1% 
Stoxx-600                 603,83             -0,2%               +2,2% 
XETRA-DAX              25.127,46             +0,0%               +2,6% 
FTSE-100 London        10.048,21              k.A.               +0,7% 
CAC-40 Paris            8.243,47             +0,1%               +1,0% 
AEX Amsterdam             965,03             -1,4%               +2,9% 
ATHEX-20 Athen          5.580,15             +2,1%               +2,2% 
BEL-20 Bruessel         5.228,77             +0,1%               +2,8% 
BUX Budapest          115.909,58             -0,6%               +4,9% 
OMXH-25 Helsinki        5.770,94             -1,0%               +1,1% 
ISE NAT. 30 Istanbul   12.087,97              k.A.               +6,8% 
OMXC-20 Kopenhagen      1.715,96             +0,1%               +6,6% 
PSI 20 Lissabon         8.486,79             +0,1%               +2,6% 
IBEX-35 Madrid         17.654,70             +0,3%               +2,0% 
FTSE-MIB Mailand       45.671,70             +0,2%               +1,4% 
OBX Oslo                1.593,22             +0,1%               -0,4% 
PX  Prag                2.750,97             +0,2%               +2,2% 
OMXS-30 Stockholm       2.937,94             -0,9%               +2,8% 
WIG-20 Warschau         3.233,92             -2,4%               +4,0% 
ATX Wien                5.412,09             +0,0%               +1,6% 
SMI Zuerich            13.350,82             +0,2%               +0,4% 
*bezogen auf Vortagesschluss 
 
DEVISEN                   zuletzt        +/- %       0:00  Mi, 17:01   % YTD 
EUR/USD                    1,1655        -0,2%     1,1677     1,1692   -0,6% 
EUR/JPY                    182,77        -0,1%     183,00     183,17   -0,6% 
EUR/CHF                    0,9315        +0,1%     0,9309     0,9312   +0,1% 
EUR/GBP                    0,8676        -0,0%     0,8676     0,8671   -0,5% 
USD/JPY                    156,82        +0,1%     156,69     156,67   -0,1% 
GBP/USD                    1,3434        -0,2%     1,3459     1,3484   -0,1% 
USD/CNY                    7,0164        -0,1%     7,0261     7,0230   +0,0% 
USD/CNH                    6,9821        -0,1%     6,9921     6,9883   +0,2% 
AUS/USD                    0,6695        -0,4%     0,6724     0,6728   +0,8% 
Bitcoin/USD             90.943,80        -0,2%  91.087,50  91.303,70   +2,7% 
 
ROHÖL                     zuletzt  VT-Settlem.      +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                   57,08        55,99      +1,9%       1,09   -2,2% 
Brent/ICE                   61,17        59,96      +2,0%       1,21   -1,2% 
 
METALLE                   zuletzt       Vortag      +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold                     4.461,74     4.456,28      +0,1%       5,47   +3,2% 
Silber                      76,23        78,21      -2,5%      -1,98   +9,7% 
Platin                   1.934,47     1.969,62      -1,8%     -35,15  +12,3% 
Kupfer                       5,72         5,81      -1,5%      -0,09  +39,3% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 08, 2026 12:18 ET (17:18 GMT)

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